BLEECHING

BLEECHING

Hautaufhellung

Unter Hautaufhellung versteht man das Ausbleichen oder Beschichten der menschlichen Haut, um diese zu kosmetischen Zwecken heller zu machen. Mit Hautbleichmitteln, inklusive illegalen und sehr hautschädlichen Mitteln wird aktuell (2013) bedeutend mehr Geld umgesetzt als mit Bräunungs- und Sonnenschutzprodukten (40 Milliarden, davon nur zwölf Milliarden mit legalen Mitteln, zu zehn Milliarden Dollar). Weltweit sollen bis zu 27 Prozent aller nicht-weißen Frauen Hautaufheller benutzen.
Geschichte
Eine besonders helle Haut galt in früheren Epochen oft als Schönheitsideal. Helle Haut wurde mit vornehmer Herkunft verbunden, wahrscheinlich deshalb, weil nur jemand, der sich nicht zur Arbeit ins Freie begeben musste, eine helle Haut behalten konnte. Noch heute spricht man in diesem Zusammenhang von vornehmer Blässe
Oft wurden dazu Puder und Cremes mit hellen Pigmenten (z. B. das giftige Bleiweiß) auf die Haut aufgetragen. Auch gezieltes Meiden der Sonne (z. B. Aufenthalt in Höhlen auf der Osterinsel) wurde praktiziert.
Hautaufhellung in der europäischen Kosmetik
Hautaufhellende Mittel werden in Form von Stiften und Cremes eingesetzt u. a. gegen Pigmentflecken (Altersflecken, Sommersprossen), Leberflecken, ungleichmäßigen Teint und die dunkel pigmentierte Haut in der Analgegend (das sogenannte Anal Bleaching).
Neben bleichenden Mitteln kommen hier auch abdeckende Cremes („Camouflage“) und Stifte zum Einsatz. Durch eine medizinisch indizierte Hautaufhellung können Entstellungen der Haut weniger sichtbar gemacht werden, und damit dem Betroffenen psychisch geholfen werden. Dauerhafte Hautaufhellung kann auch als Folge von Verbrennungen, Verätzungen und kosmetischen Peelingbehandlungen auftreten.
Durch die Unterdrückung der Melaninbildung wird die Haut empfindlicher gegen UV-Strahlen und deren Auswirkungen.
Therapie allgemein
Ggf. Absetzen auslösender Medikamente, z.B. Hormontherapie. Hormonstatus kontrollieren. Hyperpigmentierungen bilden sich nach der Schwangerschaft oder nach Absetzen der hormonellen Therapie häufig über eine Dauer von mehreren Jahren allmählich wieder zurück.
Lichtschutz: Meiden direkter Sonnenbestrahlung (insbes. der Mittagssonne), textile und chemisch/physikalische Lichtschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und Schutz im UVB- und UVA-Bereich (z.B. Anthelios).
Camouflage: In der Regel ist Überschminken (Camouflage) störender Hyperpigmentierungen (z.B. Dermacolor) die sinnvollste Lösung. Externa mit evtl. reizenden oder lichtsensibilisierenden Wirkungen müssen strikt gemieden werden.
Externe Therapie
Therapie der 1. Wahl:
Hydrochinon: Depigmentierende Externa wie 2-5% Hydrochinon-Salbe können zur Rückbildung der Pigmentierungen führen. Erste Veränderungen zeigen sich jedoch erst nach 1-2 Monaten, der Erfolg ist nach 6 Monaten zu beurteilen. Cave! Es kann eine unregelmäßige Hautpigmentierung resultieren!
Stärker wirksam ist die Kombination von Hydrochinon mit Vit-A-Säure und einem Glukokortikoid zur Verminderung der Reizerscheinungen an der Haut (z.B. Pigmanorm).
Hydrochinon-Behandlung kann als Nebenwirkung zu lokalisierter dauerhafter Depigmentierung führen!

Alternativ:
Tretinoin: Die Wirksamkeit von 0,05% – 0,1% Tretinoin als Monotherapie ist bei postinflammatorischen Hyperpigmentierungen belegt. Auch bei Chloasma liegt eine Studie vor, die eine hohe Wahrscheinlichkeit einer Besserung belegt.
Azelainsäure: 15-20% Azelainsäure (z.B. Skinoren) kann zur Depigmentierung versucht werden. Resultate sind nach 2-4 wöchiger Therapie zu erwarten. Zur Zeit ist 20% Azelainsäure zur Behandlung der Akne zugelassen. Die Behandlung des Chloasmas ist Off-Label-Use.
Adapalen: In einer vergleichenden Studie konnte eine Überlegenheit von 0,1% Adapalen (Differin) gegenüber einer 0,05% Tretinoin Creme nachgewiesen werden.
Operative Therapie
Kryochirurgie: Bei umschriebenen Herden werden gute Erfolge mit oberflächlicher Kryochirurgie im offenen Sprayverfahren beschrieben. Diese Methode setzt große klinische Erfahrungen des Therapeuten voraus. Sie ist nach eigenen Erfahrungen jedoch höchst effizient.
Laser: Der Einsatz von Lasern (Rubin-, YAG-Laser) wird wegen häufig resultierender unregelmäßiger Depigmentierung unterschiedlich beurteilt.
Chemical-Peeling: In der sonnenarmen Jahreszeit kann v.a. bei hellhäutigen Patienten ein Chemical-Peeling versucht werden. Insbes. mit 50-70% Glykolsäure, evtl. Kombination von 10% Glykolsäure und 2% Hydrochinon, können in der Hand des Erfahrenen gute klinische Resultate erzielt werden.
Naturheilkunde
Lakritzenextrakt: Ein lokal anzuwendender Lakritzenextrakt ist v.a. in Ägypten üblich. Der Wirkstoff Glabridin (0,4% ölige Zubereitung) hemmt nachgewiesenermaßen die Tyrosinaseaktivität der Melanozyten.
Arbutin (Hydrochinon-beta-D-glucopyranosid) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Aryl-beta-Glucoside und der Hydrochinone. Es ist weniger toxisch als Hydrochinon. Der Nachweis einer Hemmung der Tyrosinase konnte in einer Studie nachgewiesen werden.

(Quelle: Wikipedia und Altmeyer, Enzyklopädie Dermatologie)

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