JUCKREIZ

JUCKREIZ

Definition

Juckreiz ist eine unangenehme Empfindung der Haut, welche ein Kratzen, also das Reiben, Scheuern usw. der Haut mit den Enden der Fingernägel oder anderen (harten) Materialien oder mechanischen Hilfsmitteln (z. B. Rückenkratzer) provoziert. Oft ist Juckreiz das Symptom für eine Erkrankung. Die durch das Kratzen verursachten Hautveränderungen stellen sich als strich- oder flächenförmige Rötungen, blutende Stellen (mit nachfolgender Verkrustung), Hyperpigmentierung, Lichenifikation und Pyodermie dar.

Die Botenstoffe (Mediatoren), welche den Juckreiz auslösen, z. B. Histamin, welches unter anderem von Mastzellen freigesetzt wird, können auch durch Medikamente (z. B. Hydroxyethylstärke), Nahrungsmittel, Allergene, Pflanzen- oder Insektengifte und Ähnliches freigesetzt werden. Chronische Formen des Pruritus sind oft therapieresistent.

In der Vergangenheit wurde vielfach vermutet, dass Juckreize als unterschwelliger Schmerzreiz auf der Haut von denselben Rezeptoren wahrgenommen werden wie Schmerz und über dieselben Signalwege weitergeleitet werden. Jüngere Forschungen zum Histamin-vermittelten Juckreiz machen Nervenfasern der Haut verantwortlich, die keinen Schmerz auslösen können. Zudem bestehen offensichtlich getrennte Signalwege für Schmerz und Juckreiz.

Juckreiz wird – ähnlich wie Schmerz – mit dem Gedächtnis verknüpft. Das bedeutet, dass Personen mit chronischem Pruritus einen Juckreiz ab einer niedrigeren Schwelle als solche ohne ein bereits ausgeprägtes „Juckreizgedächtnis“ wahrnehmen. Außerdem wirkt Juckreiz über Spiegelneurone ansteckend – ein Effekt, der auch beim Gähnen auftritt.

Formen

Pruritus cum materia ist Juckreiz als Begleiterscheinung von Hauterkrankungen wie z. B. atopisches Ekzem, Dermatomykosen, Psoriasis oder Urtikaria.

Pruritus sine materia ist Juckreiz ohne primäre sichtbare Hautveränderungen, der auf die Erkrankung innerer Organe hinweisen kann oder in zirka 50 % der Fälle ohne nachweisbare auslösende Faktoren ist.

Pruritus senilis oder Altersjuckreiz beruht auf zu trockener Haut, die durch altersbedingte degenerative Hautveränderungen verursacht wird.

Pruritus ani ist Juckreiz im Bereich des Afters bzw. Anus.

Als neuropathischer Pruritus wird ein Juckreiz bezeichnet, der durch Kompression oder Degeneration von Nervenfasern entsteht.

Behandlung

Neben der Behandlung einer etwaigen Grundkrankheit und Basismaßnahmen wie Hautpflege sollte symptomatisch u.a. mit H1-Antihistaminika therapiert werden. Opioid-Antagonisten (Naltrexon) konnten nach einer Studie Erfolge erzielen. Bei lokalem Juckreiz hilft Kühlung. Zum Teil hilft auch warmes Wasser, was jedoch zu trockener Haut und damit selbst wieder zu Juckreiz führen kann. Eine Therapie mit UVB-Strahlen wird ebenfalls eingesetzt.

(Quelle: Wikipedia)